30. August 2009

Der Hommingberger Mönchsbruch

Hommingberger Mönchsbruch
© Ulf Gruber

Der Hommingberger Mönchsbruch - die Enstehung der Bezeichnung und historische Fakten zu dieser malerischen Gegend im südlichen Hommingberg.

Im Jahre 1644 versteckte sich eine Schar fahnenflüchtiger junger Burschen im Waldgebiet des östlichen Hommingberg und schloß sich zwei dort lebenden Einsiedlern an. Nachdem der Dreißigjährige Krieg mit dem Westfälischen Frieden im Jahre 1648 zu Ende ging, ließ sich die Gruppe von zu dieser Zeit etwa zwanzig Männern auf einer Lichtung im Wald nieder und erbaute sich an dieser Stelle ein kleines Haus aus dem in diesem Gebiet reichlich vorhandenen Sandstein.

Enstehung der Bezeichnung "Mönchsbruch"

Ihren Lebensunterhalt verdienten sich die Männer durch den Abbau und Verkauf von Sandstein, den sie aus einem direkt angrenzenden Steinbruch gewannen. Sogar für Teile der Hommingbergburg (hauptsächlich im Innenbereich) wurde noch knapp zweineinhalb Jahrhunderte später Sandstein aus diesem Steinbruch benutzt.

Aufgrund ihrer asketischen Lebensweise und der strikten Ablehnung weiblicher Gesellschaft wurde die Gruppe von den Bewohnern Hommingbergs und der umliegenden Dörfer nur "die Mönche" genannt.

So bildete sich für das Gebiet um diese kleine Siedlung mit dem Steinbruch die Bezeichnung "Mönchsbruch" - Steinbruch der "Mönche".

Niedergang der Siedlung

Zu Hochzeiten lebten im Mönchsbruch an die 50 Männer (ca. im Jahr 1770), das errichtete Haus wurde nach und nach erweitert und mit zwei kleineren Gebäuden umgeben.

Warum die Siedlung aufgegeben wurde, ist bis heute nicht geklärt. Es wurden jedoch in einem in den 1970er-Jahren entdeckten Grab mehrere Skelette mit eingeschlagenem Schädel gefunden. Hierzu gibt es verschiedene Thesen - die gängigste spricht von Streitereien innerhalb der Gruppe.

Der letzte im Mönchsbruch lebende Mann starb im Jahr 1795 - mutmaßlich an einer Alkoholvergiftung. Das Haupthaus und die Nebengebäude wurden in den darauffolgenden Jahren komplett zerstört, der Sandstein wurde von den Bewohnern der umliegenden Siedlungen als Baumaterial wiederverwendet. Ausser einigen spärlichen Resten der Kellergewölbe ist von der Siedlung heute nichts mehr zu sehen.

Ulf Gruber

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