Seit Mitte der 1960er Jahre plant die Landesregierung den Neubau eines Flughafens für die Gemeine Hommingberg und die umliegenden Nachbargemeinden. Der Hommingberger Mönchsbruch ist dabei der Standort der engeren Wahl. Grund für diese Planungen sind Prognosen und Gutachten und aus den 50er Jahren, die dem alten Segelflug-Gelände Hommingbergs für das Jahr 1990 einen Kollaps voraussagten. Gegen das Projekt bildete sich im Mai 1974 eine Arbeitsgemeinschaft mit dem einfallsreichen Namen "AG Flughafen-Nein-Danke", der Vertreter aus den Nachbargemeinden, örtlichen Jagd- und Schützenvereinen und weiteren wichtigen Organisationen angehören. Nach einem offenen Brief der Flughafengegner im Hommingberger Tagblatt wurden die weiteren Planungen im März 1978 aus Eis gelegt.
Blühende Landschaften in Gefahr?
Umstritten ist seitdem, welche Gründe für diese Entscheidung den Ausschlag gaben. Gegen den Flughafen im Mönchsbruch sprachen ebenso wirtschaftliche Gründe - wobei Hommingberg im Gegensatz zu den verschuldeten Nachbargemeinden einen positiven Haushalt aufweisen kann - wie Gründe des Naturschutzes. Von Anfang an war den Beteiligten Planern klar, dass zum Bau einer 3000 Meter langen Start- und Landebahn gigantische Erdbewegungen erforderlich gewesen wären.

Geologische Gutachten ergaben, dass zudem auch ebenso gigantische Mengen Stahlbeton oder Füllspachtel nötig gewesen wären, um dem bröckeligen Sandstein des Mönchsbruchs die für die Nutzung als Flugplatz erforderliche Stabilität und Belastbarkeit auf längerfristige Zeit zu verschaffen.
Seit Mitte der 90er-Jahre, nachdem der damalige Bürgermeister Georg Wassernagel Fördergelder der Bundesregierung für den Aufbau Ost abgegriffen hatte, wurden die Planungen - aufgrund des unverhofften Geldsegens - mit einer nahezu doppelt so langen Start- und Landebahn (5800 Meter) erneut vorangetrieben.
Naturschützer sorgen für neue Tatsachen
Doch jetzt kamen unverhofft die Planungen ins Stocken: im Mönchsbruch wurde eine seltene und geschützte Tierart entdeckt: der Schwarzdunkle Nacktmolch. Bisher konnten die Gegner des Flughafenbaus etwa 14 dieser glibberigen schwarzen Amphibien (Ordnung der Schwanzlurche) vorzeigen, die ihnen auf dem Gebiet des Mönchbruchs ins Netz gingen. Martina Jackl, Sprecherin der "AG Flughafen-Nein-Danke", dazu im Interview: "Wir setzten alles daran, diesen kleinen und bedauernswerten Geschöpfen ihren angestammten Lebensraum zu erhalten. Derzeit sind wir von der AG mit etwa 50 Helfern Tag und Nacht im Gebiet rund um den Mönchsbruch unterwegs, um den Planern des Flughafens weitere Exemplare dieser Tierart präsentieren zu können. Vor allem von den Mitgliedern des Schützenvereins werden wir dabei großartig unterstützt."
Mittlerweile hat sich eine Expertengruppe unter Leitung der allseits geachteten Naturforscherin Andrea Schür gebildet, die die neuen Fakten aufs genaueste untersuchen will. Aus dem Umkreis dieser Gruppe drangen bereits Spekulationen nach außen, die gefundene Tierart wäre von unbekannten Dritten in den Mönchsbruch eingebracht worden. Diese Spekulationen wurden von der "AG Flughafen-Nein-Danke" sofort auf das schärfste zurückgewiesen.
Die Planung bleibt also weiterhin spannend, bei der nächsten großen Konferenz im Februar 2011 werden sowohl Befürworter als auch Gegner des Flughafenbaus ihre Fakten und Argumente vorbringen dürfen.
